Geografische Verteilung und Struktur der Brennereien
Die erste Kartoffelbrennerei wurde 1750 in der Pfalz errichtet. 1810 wurde das Bren- nen allgemein freigegeben, das vorher nur den Rittern und Braukrügen erlaubt war. So entstanden in den Jahren 1810 – 1887 viele weitere Kartoffelbrennereien, v.a. im Norden Deutschlands. Bereits 1831 gab es in Preußen rd. 17.000 Kartoffelbrenne- reien.
Die Brennereien werden sowohl als Einzel- als auch als Gemeinschaftsbrennereien betrieben. Bis zum Zweiten Weltkrieg verfügten vorwiegend Guts(Einzel-)brennereien in Ostdeutschland über ein Kartoffelbrennrecht. Im Laufe der Zeit veränderte sich jedoch die Struktur dahingehend, dass heute in den alten Bundesländern die Ge- meinschafts- insbesondere die Genossenschaftsbrennereien mit mindestens 3 land- wirtschaftlichen Betrieben als Mitglieder überwiegen. Auf diese Weise sind den rd. 500 Kartoffelbrennereien ca. 7.000 landwirtschaftliche Betriebe im gesamten Bundes- gebiet angeschlossen. In diesen Brennereien werden sowohl Kartoffeln als auch Ge- treide verarbeitet.
Die Kartoffelbrennereien sind mit rd. 700.000 hl A regelmäßiges Brennrecht die produktionsstärkste Gruppe. Sie befinden sich v.a. in Bayern und Niedersachsen, in den neuen Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, wo aufgrund der vorhandenen Böden der Kartoffelanbau eine besondere Stellung in der Frucht- folge einnimmt. Es sind dies insbesondere die sandigen und kiesigen Böden. Regio- nale Schwerpunkte sind daher im Süden die Regierungsbezirke Oberpfalz, Mittel- franken und Oberbayern mit der Münchner Schotterebene, in Rheinland-Pfalz sowie im Norden die Bezirke Lüneburg und Hannover.
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