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Erste Dokumente der Verwendung von Wein, Bier und vergorenem Honig findet man um ca. 3000 v. Chr. im Gebiet um Euphrat und Tigris, später bei den Sumerern und Ägyptern. Alkoholische Getränke wurden im Rahmen von Heilungs- und Beschwörungsriten oder als Opfergaben (Sakralmittel) verwendet, waren aber auch für den Konsum der damaligen Oberklasse bestimmt.
Der Ursprung des Wortes “Alkohol” geht auf den aus dem Mittelalter stammenden arabischen Begriff “al-kuhl” zurück und sollte etwas be- sonders Feines, Reines, ja das Beste ausdrücken. Als erstes Rohprodukt wurde Wein zu hochprozentigem Alkohol verarbeitet. Im späten Mittelalter hatte er den Namen “Brandewyn”, daher der Name “Weinbrannt”. Paracelsus übertrug dann Anfang des 16. Jahrhunderts die Benennung Alkohol auf eine leicht flüchtige Substanz, die sich bei der Destillation von Wein gewinnen ließ.
Die erste schriftlich überlieferte Erwähnung des Weindestillationsver- fahrens (Herstellung des “Spiritus vini”) stammt von dem Arzt Salemus (1130 – 1167 n. Chr.). Für ihn war destillierter Alkohol, damals auch als “Aqua ardens” (gebranntes Wasser) bekannt, eine besonders wertvolle Medizin, die u.a. als Heilmittel gegen die Pest galt: “Aqua vitae” (Wasser des Lebens). Auch Hildegard von Bingen waren schon die positiven Eigenschaften, die Alkohol für den Auszug von Kräuterwirkstoffen zur Erstellung von Essenzen hatte, bekannt.
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Alkohol auch verstärkt für Körperpflege und als Grundstoff für Duftwasser (z.B. Kölnisch Wasser) gebraucht. Diese wurden nicht nur äußerlich angewendet, sondern auch als hochalkoholisches Tonikum gegen allerlei Beschwerden ganz einfach getrunken.
So wusste um die erfrischenden Wirkkräfte des Duftwassers nicht nur Goethes Lebensgefährtin und spätere Gattin Christiane Vulpius sehr wohl Bescheid, sondern auch Napoleon. Vor jeder Schlacht soll er je nach militärischer Lage bis zu 60 Flakons monatlich getrunken haben.